Warum tut Ihr das? Warum fotografiert Ihr Sternenkinder?

Warum fotografiert Ihr Sternenkinder?

Es ist ein wahrlich schweres Thema und eine wahrlich schwere Frage. Dennoch bekommen wir sie häufig gestellt.

Geht einem das nicht unglaublich nahe? Wie verarbeitet man das?

Genau das ist die Schlüsselfrage zur Antwort auf die obige Frage, warum wir das tun.

Wir selbst haben zwei wunderbare große Töchter die mittlerweile beide aus dem Haus sind. Zudem erhalten wir durch unsere Leidenschaft – die People-, Familien-, Baby-, Babybauch- und Hochzeitsfotografie unwahrscheinlich viele Glücksmomente der Gesellschaft mit und tanken unglaublich viel positive Energie bei diesen Aufträgen. Wir sind unglaublich dankbar und voller Wertschätzung für die Liebe, Dankbarkeit und Offenheit uns gegenüber und ebenso für unsere Gesunden Kinder das wir etwas zurückgeben möchten.

Ja so ein Shooting von einem kleinen Kind, einem Kind das in der 18 ten Schwangerschaftswoche leider nicht weiterleben konnte und den Eltern nicht sein erstes Lächeln zeigen konnte geht einem nahe, sehr nahe.
Ja so ein Termin in einer Klinik mit der Seelsorgerin zusammen bei Eltern die erst 24 Stunden zuvor erfuhren das Sie ihr kleines Mädchen leider tot in der 38 sten Schwangerschaftswoche zur Welt bringen werden, ja das geht einem unglaublich nahe. Sehr nahe!
Ja einen weinenden erwachsenen Mann in den ersten Sekunden des Kennenlernens in den Arm zu nehmen geht einem Nahe, sehr nahe.

Treibt es einem da nicht das Wasser in die Augen? Wie bleibt man da stark und so voller froher Energie wie Ihr?

Das ist oftmals nicht leicht und ja auch wir weinen mal bei einem solchen Shooting oder im Auto nach diesen Terminen. Das ist menschlich und völlig normal. Wir sind  aber so voller Dankbarkeit aus den anderen Terminen, dass wir sehr froh und glücklich sind den Eltern, die von einem solchen Schlag getroffen werden, ansprechende und stilvolle Erinnerungen in Form von Fotos zu erstellen. Diese Aufnahmen können Ihnen bei der Bewältigung und Verarbeitung dieses Schicksalsschlages helfen und ebenso den Angehörigen eine Erinnerung an einen kleinen Menschen geben. Dieser kleine Mensch konnte leider den Eltern, den Geschwistern und Großeltern nicht mit seinem Leben in die Erinnerungen des Lebens malen. Das genau versuchen wir mit dieser Art der Fotografie die vielen unmöglich und seltsam vorkommt.

Es gibt unglaublich viele Eltern die in solche Situationen kommen und zum Glück gibt es in zahlreichen Organisationen mittlerweile auch sehr viele Fotografen die wie wir ehrenamtlich diese – wenn auch sehr schwere – Aufgabe übernehmen um zu helfen!

Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl Eltern zu helfen. Eltern die Erinnerungen an Ihr Kind verdient haben. Eltern die sehr leiden und Hilfe dringend benötigen. Wir sind dankbar diese Hilfe leisten zu können.

Wir hoffen das noch viele Eltern uns oder andere ehrenamtliche Fotografen der verschiedenen Organisationen ansprechen und sich helfen lassen. Sternenkinder sind kein Tabuthema, sondern eine schmerzhafte Situation. Wir versuchen zu helfen. Wir konnten sieben mal in 2016 diese Hilfe leisten. Wir sagen Danke.

Eure Stephanie & Euer Jörg – Eure Langers


Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken bei den Eltern der obigen kleinen süßen Maus die uns die Veröffentlichung dieser Bilder erlaubten um andere Eltern zu motivieren sich helfen zu lassen. Vielen Dank Ihr lieben.

Eine Antwort auf „Warum tut Ihr das? Warum fotografiert Ihr Sternenkinder?“

  1. Hallo Jörg,

    jetzt habe ich eine ganze Woche gebraucht, die nötige Ruhe zu finden, den Blog-Artikel in meinem Newsfeeder zu öffnen. Wenn man selbst zwei „Sternchen“ hat, fällt es einem halt nicht leicht, sich (erneut) mit diesem Thema zu beschäftigen. Aber gerade, weil wir solche Bilder eben nicht haben, finde ich die Idee dieser Fotografie so schön, und ich bewundere alle Fotografen, die sich hierfür engagieren. Meine Hochachtung an euch und eure „Kollegen“!

    Ich selbst spiele seit unserem zweiten Erlebnis mit dem Gedanken, mich ebenfalls als Fotograft zu registrieren, konnte mich aber bisher noch nicht dazu durchringen. Die – wie soll ich es nennen? – Versagensangst ist noch zu groß. Aber ich bleibe dran und werde weiter drüber nachdenken. LG

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